Die SEA Games: Mehr als ein Turnier

Für Millionen von Menschen in Südostasien sind die SEA Games weit mehr als nur ein Sportereignis. Isa Warps erzählt von ihrer Erfahrung im indonesischen Nationalteam – über Stolz, Teamgeist und die Kraft, Träume zu verfolgen.

Die SEA Games: Mehr als ein Turnier

Die SEA Games sind nicht einfach nur ein Sportereignis. Es ist ein Fest, das alle zwei Jahre Millionen von Menschen in Südostasien zusammenbringt. Elf Länder, Dutzende Sportarten und eine Menge Leidenschaft.

Von Fußball bis Pencak Silat – alles dreht sich um Stolz, Einsatz und Durchhaltevermögen. Es erinnert ein wenig an die Olympischen Spiele, aber mit dieser typischen asiatischen Energie, die man spürt, sobald man das Stadion betritt.

In Indonesien ist es ein nationales Ereignis. Die Straßen färben sich rot und weiß, Familien sitzen gemeinsam vor dem Fernseher, und überall hört man die Nationalhymne. Für eine Spielerin ist das der Moment, von dem man träumt: Man darf etwas Größeres vertreten als sich selbst.

Eine Ehre, für Indonesien zu spielen

Der Moment, in dem ich das rote Trikot anziehe, bleibt etwas Besonderes. Man spürt das Gewicht des Landes auf den Schultern, aber auch seine Stärke. Wenn die Hymne erklingt und die Fahne gehisst wird, bekomme ich Gänsehaut.

Die Fans sind unglaublich. Sie singen, tanzen und feuern uns neunzig Minuten lang an. Es ist so intensiv, dass man vergisst, wie anstrengend das Spiel eigentlich ist. Jeder Sprint, jeder Pass, jeder Zweikampf – alles für Indonesien.

Für mich ist das Spielen für die Nationalmannschaft nicht einfach ein Spiel. Es ist eine Ehre. Und jedes Mal, wenn ich dieses Trikot trage, bin ich stolz.

Isa Warps start game

Die Kraft Südostasiens

Fußball in Südostasien ist mehr als nur ein Spiel. Es ist Teil der Identität.

Überall sieht man Kinder, die barfuß spielen, Familien, die gemeinsam zuschauen, und Fans, die alles für ihr Team geben. Die Energie ist unglaublich.

In Indonesien lebt der Fußball noch ein Stück intensiver. Fans reisen stundenlang, nur um dabei zu sein. Sie hören nie auf zu singen, egal wie das Spiel steht. Dieses Gefühl der Verbundenheit findet man selten.

Und vielleicht ist das das Schönste daran: Sport bringt Menschen zusammen. Verschiedene Sprachen, Kulturen und Hintergründe verschmelzen zu einem großen Gefühl des Stolzes.

Teamgeist und Kampfgeist

Hinter jedem Erfolg steckt ein Team, das hart arbeitet. Wir trainieren intensiv, oft in der Hitze, und motivieren uns gegenseitig, immer besser zu werden.

Es geht nicht nur um Talent – es geht um Disziplin, Vertrauen und ja, auch um Freude. Denn wenn man keinen Spaß hat, hält man es nicht lange durch.

Was dieses Team besonders macht, ist unsere Vielfalt. Wir sprechen nicht alle dieselbe Sprache, aber wir teilen denselben Traum. Das verbindet uns.

Die Kultur hier ist anders als in Europa. Nach jedem Training beten wir gemeinsam. Wir nehmen uns einen Moment, um dankbar zu sein.

Einmal habe ich vergessen, beim Gebet mitzumachen. Nicht absichtlich – ich war einfach in meinen Gedanken. Ich wurde darauf hingewiesen, und das zu Recht. Denn Respekt gehört einfach dazu.

Mehr als Fußball

Die SEA Games sind mehr als Wettkampf. Es geht um Menschen.

Nach den Spielen trifft man Spielerinnen aus anderen Ländern, spricht, lacht, tauscht Trikots und Geschichten. Man merkt, wie groß die Welt ist – und wie nah sie sich manchmal anfühlt.

Jede hier hat dasselbe Ziel: besser werden, etwas bewirken, stolz sein. Es ist inspirierend. Es zeigt, dass Sport nicht nur um Siege geht, sondern um Verbindung.

Was dieses Turnier für mich bedeutet

Für mich ist die Teilnahme an den SEA Games ein wahr gewordener Traum. Ich habe hart dafür gearbeitet. Fallen, aufstehen, weitermachen.

Jahrelang habe ich unter Jungs gespielt. Das war nicht immer leicht. Die Umkleiden waren oft ein Problem – manchmal musste ich mich auf der Toilette oder im Schiedsrichterraum umziehen. Und ja, es wurde gelacht.

Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Einen Gegner auszuspielen und dann diese überraschten Gesichter zu sehen – das war meine Antwort.

Zum Glück gab es auch Eltern, die nach dem Spiel zu mir kamen und sagten: „Du spielst wirklich gut.“ Das gab mir Kraft, weiterzumachen.

Deshalb bedeutet mir dieses Turnier so viel. Es ist der Beweis, dass Träume wahr werden können, wenn man an sie glaubt.

Träume weiterjagen

Wenn ich zurückblicke, bin ich vor allem dankbar. Alles, was ich erlebt habe – vom Spielen unter Jungs bis zum Tragen des indonesischen Trikots – hat mich geprägt.

Mein Traum? Eines Tages mit Indonesien an einem großen Turnier teilnehmen. Die Weltmeisterschaft.

Wir haben schon große Schritte gemacht. Und wenn wir vollständig sind, können wir mit den besten Teams Asiens mithalten. Daran glaube ich.

Ich möchte die Jugend inspirieren, weiterzuträumen und nie aufzugeben. Wenn ich es schaffen kann, kannst du es auch.

Ich hoffe, dass alle weiterhin hinter uns stehen. Nur gemeinsam können wir Indonesien stolz machen.

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