Die vergangenen Wochen standen für die indonesische Frauennationalmannschaft ganz im Zeichen von Wachstum, Kampf und wertvollen internationalen Erfahrungen. Während der FIFA Women's Series 2026 in Thailand bekam Garuda Pertiwi erneut die Chance, sich mit starken Gegnern auf internationalem Niveau zu messen. Das Turnier brachte schöne Momente, harte Lektionen und vor allem viel Motivation für die Zukunft.
Für mich persönlich war es eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.
Ein schwieriger Start gegen die DR Kongo
Am 12. April starteten wir das Turnier direkt mit einer enormen Herausforderung. Im Halbfinale standen wir der DR Kongo gegenüber — einem körperlich starken Team, das von der ersten Minute an viel Druck machte. Am Ende verloren wir das Spiel mit 1-7. Natürlich ist das ein Ergebnis, das schmerzt, vor allem weil wir alle zeigen wollten, was wir als Team können.
Dennoch gab es auch positive Momente. Claudia Scheunemann zeigte erneut ihre Qualitäten und traf früh vom Elfmeterpunkt. Das gab uns Vertrauen, aber gleichzeitig wurde auch deutlich, dass wir als Team auf internationalem Niveau noch viel wachsen können.
Für mich persönlich war dieses Spiel vielleicht eines der härtesten, die ich je gespielt habe. Nur drei Tage vor dem Spiel kam ich aus Europa in Thailand an. Der Temperaturunterschied war enorm — von etwa 10 Grad auf 36 Grad in der prallen Sonne. Das spürt man sofort im Körper.
Dazu stand unser Team unter viel Druck, weshalb ich ständig mitverteidigen musste. Normalerweise liegt meine Stärke im Angriffsspiel, im Kreieren von Chancen und im Suchen von Eins-gegen-eins-Situationen. Durch die Hitze und die großen Räume auf dem Platz wurde das unglaublich schwer. Es war ein schwieriges Spiel, aber gleichzeitig auch ein wichtiger Realitätscheck, der einen als Spielerin nur stärker macht.

Charakter zeigen gegen Neukaledonien
Was ein Team wirklich zeigt, ist wie es auf eine Enttäuschung reagiert. Drei Tage später bekamen wir gegen Neukaledonien die Chance, uns im Spiel um den dritten Platz zu erholen.
Ab der ersten Minute spürte man, dass alle etwas wieder gutmachen wollten. Wir spielten mit mehr Selbstvertrauen, mehr Energie und vor allem mehr Mut. Das sah man sofort in unserem Spiel.
Nach vorne lief es viel besser und die Zusammenarbeit im Angriff fühlte sich stark an. Claudia spielte mich mit einem perfekten Steilpass durch und ich hatte eine schöne Chance eins gegen eins mit dem Torhüter. Ich konnte dem Team auch mit einer genauen Hereingabe helfen, aus der Claudia traf.
Mit starkem Teamspiel, viel Energie und zwei wichtigen Toren von Sheva schafften wir es schließlich, das Spiel zu gewinnen und den dritten Platz zu sichern. Auch Emily Nahon leistete einen wichtigen Beitrag zum Sieg. Es war schön zu sehen, wie wir uns als Team nach der Enttäuschung von ein paar Tagen zuvor wieder aufgerappelt haben.
Mehr als nur Fußball
Die FIFA Women's Series drehte sich letztendlich um viel mehr als nur Gewinnen oder Verlieren. Solche internationalen Turniere zeigen genau, wo man als Team und als Individuum steht.
Für Indonesien ist dies ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft des Frauenfußballs. Die Kombination aus lokalem Talent und Spielerinnen aus der Diaspora sorgt für eine neue Dynamik innerhalb des Teams. Jede bringt andere Erfahrungen, Qualitäten und Mentalität mit. Genau deshalb lernen wir in jedem Spiel enorm viel voneinander.
Eine Lernschule für die Zukunft
Natürlich waren die Bedingungen hart. Die Hitze, das hohe Tempo und das internationale Niveau machten das Turnier extrem intensiv. Aber genau das sind die Erfahrungen, die nötig sind, um als Team stärker zu werden.
Wir wissen jetzt besser, wo unsere Verbesserungspunkte liegen, aber auch wo unsere Stärke liegt. Und das ist vielleicht das Wichtigste, was wir aus Thailand mitnehmen.
Dieses Turnier war kein Endpunkt, sondern erst ein Anfang. Eine Lernschule. Ein Schritt vorwärts für Garuda Pertiwi.
Wir wachsen weiter. Wir lernen weiter. Und wir sind noch lange nicht fertig.


