Nationalspielerin Isa Warps bewegt sich zwischen zwei Fußballwelten
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Nationalspielerin Isa Warps bewegt sich zwischen zwei Fußballwelten

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Kleve – Die Neuzugang spielt nicht nur für VfR Warbeyen in der Zweiten Bundesliga, sondern vertritt auch die indonesische Nationalmannschaft. Um ihren Traum vom Spiel auf der internationalen Bühne wahr werden zu lassen, musste sie jedoch eine schwierige Entscheidung treffen. Dies ist ihre Geschichte.

Dass einige Spielerinnen von VfR Warbeyen gelegentlich zu Trainingslagern oder Länderspielen mit ihrer Nationalmannschaft einberufen werden, ist beim Zweitligisten längst kein neues Phänomen mehr. Während sich die Frauen des Vereins Schritt für Schritt auf ein höheres sportliches Niveau hochgearbeitet haben, ist auch die Zahl der Spielerinnen gestiegen, die auf dem Radar von (Jugend-)Nationalmannschaften ihrer Heimatländer erschienen sind. Isa Warps ist eine dieser Spielerinnen. Aber auf ihrem Weg zum Nationaltrikot musste sie eine schwere Entscheidung treffen.

In diesem Jahr bekam der Sommerneuzugang von VfR Warbeyen die Chance, Indonesien auf der internationalen Bühne zu vertreten. Isas Vater ist halb Indonesier und in den Niederlanden geboren, während ihre Großmutter aus Padang auf der Insel Sumatra stammt.

Bei ihrem vorherigen Verein, dem niederländischen Eredivisie-Club NAC Breda, wurde ihr Interesse am Nationalteam jedoch nicht mit viel Begeisterung aufgenommen – ganz im Gegenteil. Die Klubführung stellte Warps vor die Wahl: entweder die Saison in Breda zu Ende spielen oder das Team verlassen.

"Ich habe mich für das Nationalteam entschieden, weil damit für mich ein großer Traum in Erfüllung geht. Ich sehe es als eine riesige Chance für meine Zukunft – auch nach meiner Fußballkarriere," sagt die 20-Jährige.

Aber so ein Doppelleben ist nicht einfach. Seit Februar, als ihre Teamkollegin Narjiss Ahamad innerhalb eines Vormittags von der marokkanischen Nationalmannschaft nach Deutschland zurückflog, um noch in einem Ligaspiel gegen SGS Essen II mitzuspielen, weiß jeder im Verein, wie viel Aufwand es erfordert, sich sowohl für Club als auch Land einzusetzen. Dennoch würden nur wenige Spielerinnen eine so einzigartige Gelegenheit ausschlagen. Isa Warps ergriff ihren Moment.

Ende Juni gab sie ihr Debüt für die indonesische Nationalmannschaft. Beim 1:0-Sieg gegen Kirgisistan während der Qualifikationsrunde für die Asienmeisterschaft 2026 erzielte Isa Warps sogar das Siegtor. Sie kam auch in vier weiteren Spielen zum Einsatz, darunter gegen Pakistan und Taiwan.

"Leider konnten wir uns nicht für die Asienmeisterschaft qualifizieren. Als Team müssen wir noch wachsen und mehr Chemie untereinander entwickeln," erklärt Warps, die plant, nächstes Jahr einige Wochen in Indonesien zu verbringen, um das Land auch außerhalb des Fußballs besser kennenzulernen.

Ihre Bemerkungen über die Teamchemie in der Nationalmannschaft treffen übrigens auch auf die aktuelle Situation bei VfR Warbeyen zu. In Heimspielen hat der Aufsteiger bereits mehrfach gezeigt, welches Potenzial in dem Team steckt – zuletzt beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach.

Auswärts läuft es allerdings noch etwas holpriger. Das Team hat derzeit drei deutliche Niederlagen hinter sich. Dennoch erzielte Isa Warps ihr erstes Tor für VfR Warbeyen bei der 1:7-Niederlage gegen SC Sand. Im Heimspiel gegen FC Bayern München II (1:2) gab sie zudem eine Vorlage; ihre Schnelligkeit kommt vor allem auf den Flügeln gut zur Geltung.

"Besonders im Spiel gegen Bayern haben wir uns trotz der Niederlage wirklich gut geschlagen. Ich bin zuversichtlich, dass wir bald unseren ersten Sieg holen werden. Wir arbeiten sehr hart," sagt Warps, die sich über mehrere Probetrainings einen Platz im Kader von VfR Warbeyen gesichert hat.

Sie genießt das Niveau in der Zweiten Bundesliga: "Es geht hier sehr intensiv zu. Ich sehe es als eine tolle Chance, viel zu lernen und mich weiterzuentwickeln."

In letzter Zeit wird Warps auch häufiger im Zentrum eingesetzt. "Normalerweise spiele ich mehr als Flügelspielerin, aber weil wir hier mit zwei Stürmern spielen, bin ich etwas mehr in die Mitte gerückt. Ich denke, ich kann dem Team mit meinem Selbstvertrauen und meinen technischen Fähigkeiten helfen," sagt Isa Warps.

Der Artikel wurde in der Zeitung Rheinische Post veröffentlicht.